Interior Design Projekt

Wohnzimmer im Eclectic-Style: Eclectic Seizure

In diesem Berliner Altbau stand fast alles schon da: das graue Sofa, die Messing-Satztische, das schwarze Regalsystem, der Schreibtisch am Fenster, ein blaues Sideboard. Dazu Bücher, Pflanzen, gerahmte Drucke und eine Menge gesammelter Kleinigkeiten. Valentina fehlte keine Einrichtung. Ihr fehlte die Regel, nach der das alles zusammengehört.

Gearbeitet wurde deshalb nicht am Inventar, sondern an der Ordnung: eine Wandfarbe, zwei Teppiche, eine kuratierte Hängung. Der Raum sieht danach nicht aufgeräumter aus, sondern entschiedener. Und Stuckdecke und Dielenboden, die vorher im Durcheinander untergingen, spielen endlich mit. Ein Eclectic Style auf 20 Quadratmetern, für 1.500 € und in zwei Wochen.

Wohnzimmer im Eclectic-Style von Schöner*INNEN in Berlin: Arbeitsplatz mit weißer Tischplatte und Schaffell vor tiefblauer Wand, darüber Aktzeichnung und zwei Wandregale
Ort Berlin, Altbau
Raumtyp Wohnzimmer + Arbeitsplatz
Fläche 20 m²
Dauer 2 Wochen
Möbelbudget 1.500 €

Alles vorhanden, nichts zusammen

Das Wohnzimmer war bewohnt, möbliert und nicht ohne Ideen. Es gab Zimmerpflanzen, moderne Leuchten, sogar eine großflächige Zeichnung direkt auf der Wand. Nur wirkte jeder dieser Ansätze für sich, keiner mit den anderen. Die helle Mustertapete lief über alle vier Wände durch und nahm jedem Objekt davor die Kontur. Auf den Vorher-Fotos ist gut zu sehen, wie Regal, Sideboard und Sofa zwar funktionieren, aber nichts voneinander wissen.

Dazu kam die Bausubstanz. Stuckprofil, Dielen, eine Balkontür mit Rundbogen: alles vorhanden, alles ungenutzt. Solche Details brauchen einen Hintergrund, vor dem sie sichtbar werden. Vor einer hellen Tapete mit eigenem Muster verschwinden sie. Die Aufgabe war deshalb nicht, mehr in den Raum zu stellen. Sie war, dem Vorhandenen einen gemeinsamen Rahmen zu geben, und zwar mit einem Budget von 1.500 € für alles Neue.

Drei Entscheidungen haben den Raum verwandelt

Kein neues Möbelstück, kein Umbau. Drei Festlegungen haben gereicht, um aus einem vollen Zimmer einen Raum mit Handschrift zu machen.

Petrolblau auf die große Wand

Die Mustertapete weicht einem tiefen, leicht grünstichigen Blau. Es liegt nur auf der Wand hinter Sofa und Schreibtisch, aber diese eine Fläche macht den Unterschied. Helle Rahmen, Messing, Makramee und Grünpflanzen bekommen davor plötzlich Kanten. Und weil der Ton gedeckt ist, wirkt der Raum nicht kleiner, sondern tiefer.

Aus der Sammlung wird eine Hängung

Die gemalte Zeichnung an der Wand war ein Statement, aber ein einzelnes. An ihrer Stelle steht jetzt eine kuratierte Wand: Botanik-Drucke, ein gerolltes Farn-Poster an Holzleisten, eine Frida-Kahlo-Miniatur, zwei Makramee-Ampeln. Nichts davon ist neu erfunden, das meiste war schon im Haushalt. Der Unterschied liegt allein in der Anordnung.

Zwei Teppiche geben dem Raum Zonen

Auf den nackten Dielen schwammen Sofa und Regal in einem einzigen großen Bodenfeld. Jetzt liegt ein dunkler Floralteppich unter der Sitzgruppe und ein Perserteppich vor dem Regal. Zwei Muster in einem Zimmer klingt nach Risiko, funktioniert hier aber, weil beide dunkel grundiert sind und die blaue Wand sie zusammenhält. Nebenbei entsteht so die Trennung zwischen Sitzen und Arbeiten, ganz ohne Möbel.

Die schönsten Projekte sind oft die, bei denen kaum etwas Neues in den Raum kommt. Wer lange sammelt, braucht keine Einkaufsliste, sondern eine Entscheidung.

Schöner*INNEN

Zum Gestaltungsansatz dieses Projekts

Vorher

Gute Substanz, viele Ideen, keine gemeinsame Linie.

Vorher Vorher: Berliner Altbau-Wohnzimmer mit heller Mustertapete, Stuckdecke, Dielenboden, blauem Sideboard und Rundbogen-Balkontür
Stuck und Dielen waren immer da. Vor der hellen Mustertapete fiel beides niemandem auf.
Vorher Vorher: graues Ecksofa vor weißer Wand mit gemalter Gesichts-Zeichnung, Messing-Satztische und Pflanzen am Fenster
Die gemalte Zeichnung war der einzige starke Akzent, und sie stand für sich allein. Davor ein Sofa ohne Teppich, ohne Zone.

5 Design-Prinzipien, die überall funktionieren

Eine Farbe sortiert mehr als zehn neue Möbel

Die einzige größere Änderung im ganzen Projekt war die Wandfarbe. Sie hat den Raum verändert, nicht das Mobiliar.

Muster verträgt Muster, wenn die Wand ruhig ist

Zwei gemusterte Teppiche in einem Zimmer funktionieren, solange eine große Fläche einfarbig bleibt und beide Muster denselben Grundton teilen.

Eclectic heißt kuratiert, nicht angesammelt

Der Unterschied zwischen Sammlung und Durcheinander ist die Anordnung. Dieselben Objekte, andere Hängung, anderer Raum.

Was schon da ist, ist Budget

Sofa, Tische, Regal, Sideboard und Schreibtisch sind dieselben wie auf den Vorher-Fotos. Die 1.500 € gingen in Farbe, Teppiche und Rahmen.

Altbau-Details brauchen einen Hintergrund

Stuck und Dielen wirken erst, wenn die Wand dahinter ihnen nicht die Aufmerksamkeit streitig macht.

Die Kernelemente des Konzepts

Sechs Elemente tragen den Raum, und fünf davon waren schon da.

Wandfarbe
Tiefes Petrolblau
Matt, nur auf der Hauptwand
Boden
Floral- und Perserteppich
Beide dunkel grundiert, deshalb verträglich
Wandgestaltung
Kuratierte Galeriewand
Botanik-Drucke, Messingrahmen, Poster an Holzleisten
Pflanzen
Efeutute, Bogenhanf, Monstera
Teils gehängt in Makramee-Ampeln
Bestand
Sofa, Regal, Sideboard
Übernommen, neu angeordnet
Arbeitsplatz
Weiße Platte auf schwarzen Böcken
Sitzt im Raum, ohne ihn zum Büro zu machen

Ähnliche Fragen zu diesem Projekt

Was kostet ein Projekt wie Eclectic Seizure?
Dieses Wohnzimmer wurde mit unserem Styling Upgrade umgesetzt, ab 329 €. Genau dafür ist das Paket gedacht: vorhandene Möbel neu kombinieren, statt neu einzukaufen. Dazu kam ein Budget von 1.500 €, das fast vollständig in Wandfarbe, zwei Teppiche und Bilderrahmen floss. Welches Paket zu Deinem Raum passt, zeigt die Paketübersicht. Das Erstgespräch vorab ist kostenlos.
Wird ein Zimmer durch eine dunkle Wandfarbe nicht kleiner?
Eine gedeckte, dunkle Fläche schluckt Kanten, statt sie zu betonen. Dadurch verliert die Wand ihre sichtbare Begrenzung und der Raum wirkt eher tiefer als enger. Wichtig ist, dass nicht alle vier Wände dunkel werden und dass genug Tageslicht in den Raum fällt. Hier ist genau eine Wand gestrichen, und sie liegt der Fensterseite gegenüber.
Kann ich zwei gemusterte Teppiche in einem Raum kombinieren?
Ja, mit zwei Bedingungen. Beide sollten denselben dunklen Grundton haben, damit sie sich nicht gegenseitig überschreien, und sie sollten sich nicht berühren. In diesem Wohnzimmer liegt zwischen Floralteppich und Perserteppich ein Stück freier Dielenboden. Dieser Abstand ist es, der aus zwei Mustern zwei Zonen macht.
Wie viel der bestehenden Einrichtung konnte bleiben?
Praktisch alles. Sofa, Messing-Satztische, blaues Sideboard, schwarzes Regal, Schreibtisch und Stuhl sind auf den Vorher- und den Nachher-Fotos dieselben Möbel. Neu sind die Wandfarbe, die beiden Teppiche und ein Teil der Bilderrahmen. Wer schon eingerichtet ist, braucht in den meisten Fällen keine neue Einrichtung, sondern eine Entscheidung darüber, was zusammengehört.
Funktioniert das auch in einer Mietwohnung?
Die Wandfarbe lässt sich beim Auszug überstreichen, alles andere zieht mit um. Gerade in einer Altbauwohnung ist Farbe oft der günstigste Weg, dem Raum Charakter zu geben, ohne etwas zu verändern, das bleiben müsste. Auch Stuck lässt sich so in Szene setzen, ganz ohne Eingriff in die Substanz.

Bereit für Dein eigenes Eclectic-Projekt?

Du hast schon Möbel, Bilder und Lieblingsstücke, nur noch keinen roten Faden? Genau daraus machen wir ein Konzept. Online, deutschlandweit, zum Festpreis. Das Erstgespräch ist kostenlos.