All Natural Please, Interior Design Projekt von Schöner*INNEN in Berlin-Spandau.
Wohnzimmer im skandinavischen Stil, 12 Quadratmeter.
Budget 2.500 Euro. Projektdauer 2 Wochen.
Gebuchtes Service-Paket: Interior Design Concept.
Designkonzept: Der größte Teil der vorhandenen Möbel passte bereits zum Scandi-Stil,
deshalb wurde nur wenig neu gekauft. Umgesetzt in drei Entscheidungen, nämlich einem
senkrechten Wandpaneel aus Eichenlamellen als einzigem baulichen Eingriff, warmen
Neutraltönen in Sand, Beige und Eiche statt Weiß auf Weiß sowie Kontrasten, die
ausschließlich über schwarzes und messingfarbenes Metall gesetzt werden.
Sofa, weißes Klavier, Sideboard und Pflanzen stammen aus dem Bestand.
Schöner*INNEN ist ein Online-Interior-Design-Studio mit über 550 abgeschlossenen Projekten seit 2024.
Interior Design Projekt
Wohnzimmer im Scandinavian-Style in Berlin-Spandau:
All Natural Please
Manche Projekte beginnen mit einer Grundsanierung. Dieses begann mit einer Bestandsaufnahme, die überraschend gut ausfiel. Das meiste, was im Raum stand, passte bereits: ein helles Sofa, ein weißes Sideboard, ein weiß lackiertes Klavier, ein Gummibaum in Korb. Was fehlte, war nicht Mobiliar, sondern ein Grund, warum diese Dinge zusammengehören.
Genau darauf lief das Konzept hinaus. Ein einziger baulicher Eingriff, ein paar gezielte Ergänzungen, sonst nichts. 12 m² in Berlin-Spandau, 2.500 € Budget, zwei Wochen. Der größte Teil dieses Betrags steckt in einer Wandfläche, die vorher weiß war.
Die Aufgabe war ungewöhnlich, weil sie nicht mit einem Mangel begann. Sofa, Sideboard, Klavier und Pflanzen waren vorhanden und entsprachen in Form und Farbe längst dem, was den skandinavischen Einrichtungsstil ausmacht: klare Linien, helle Töne, nichts Verspieltes. Was fehlte, war der Zusammenhang. Zwölf Quadratmeter mit weißen Wänden, weißen Möbeln und hellem Eichenboden ergeben nicht automatisch Scandi. Sie ergeben zunächst einmal Weiß.
Das ist der Punkt, an dem dieser Stil regelmäßig missverstanden wird. Er lebt nicht von Farbarmut, sondern von Oberflächen, die man ansehen kann: gebürstetes Holz, Bouclé, ungeschliffene Keramik, Leinen. Fehlt diese Ebene, wird aus Reduktion Leere. Die eigentliche Frage lautete also nicht, was noch dazukommen muss, sondern an welcher einzigen Stelle der Raum Textur bekommt.
Der Lösungsweg
Drei Entscheidungen haben den Raum verwandelt
Bei einem Budget von 2.500 € und einem gut bestückten Bestand entscheidet nicht die Menge, sondern die Reihenfolge.
1
Ein Paneel als einziger Eingriff
Hinter dem Sideboard läuft jetzt ein senkrechtes Paneel aus Eichenlamellen vom Boden bis fast zur Decke. Es ist der einzige bauliche Eingriff im ganzen Projekt und trägt trotzdem den Raum. Die Lamellen erzeugen ein feines Schattenspiel, das sich über den Tag verändert, und geben der Wand eine Oberfläche, die eine gestrichene Fläche nie hätte. Zugleich zieht die senkrechte Linie den Blick nach oben, was in einem Raum dieser Größe wie zusätzliche Höhe wirkt.
2
Der Bestand bleibt, das Budget geht in wenige Stücke
Sofa, Sideboard, Klavier, Fernseher und der Gummibaum sind dieselben wie vorher. Neu sind ein gedrechselter Beistelltisch aus Massivholz, ein Bouclé-Teppich, Keramikvasen und Trockenblumen. Das klingt nach wenig und ist genau der Punkt: Wer den Bestand behält, kann sich an drei Stellen Qualität leisten, statt an zehn Stellen Mittelmaß zu kaufen. Der Beistelltisch ist deshalb massiv und nicht furniert.
3
Warme Neutrale statt Weiß auf Weiß
Alles Neue liegt in einem engen Band aus Sand, Beige, Eiche und gebrochenem Weiß. Kein einziger Buntton kam dazu. Kontrast entsteht ausschließlich über Metall: die schwarz-messingfarbene Stehleuchte, zwei schmale Kerzenhalter, die dunklen Rahmen der Glastür. Diese Beschränkung ist der Grund, warum der Raum ruhig wirkt, ohne steril zu sein, und warum sich das große Kunstwerk über dem Klavier in Sandtönen nahtlos einfügt.
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Der schwierigste Auftrag ist nicht das leere Zimmer. Es ist das Zimmer, in dem schon alles Richtige steht und trotzdem nichts zusammenklingt.
Schöner*INNEN
Zum Gestaltungsansatz dieses Projekts
Das Ergebnis
Das fertige Wohnzimmer
Ein Raum, in dem fast alles schon vorher da war.
Der Blick über die Sitzgruppe. Das Paneel steht bewusst neben dem Fernseher und nicht dahinter, damit der dunkle Bildschirm nicht die Fläche zerschneidet.
Das Klavier war da und blieb, samt Hocker. Neu ist das Bild darüber, dessen Sandtöne dieselben sind wie die der Vasen und des Paneels.
Aus dem Flur betrachtet ergibt sich die eigentliche Ordnung: Sideboard, Paneel und Klavier stehen auf einer Linie, alles Weitere gruppiert sich davor.
Die Vase steht in Kopfhöhe des Paneels und übernimmt dessen Ton. Zwei Objekte, die sich farblich decken, wirken ruhiger als fünf, die sich abwechseln.
Aus der Nähe sieht man, worum es geht: schmale Lamellen auf dunklem Grund, die je nach Lichteinfall ihre Tiefe ändern. Genau das kann eine gestrichene Wand nicht.
Der Gummibaum war schon da und ist das größte Möbelstück, das nichts kostet. Neu ist nur der geflochtene Korb, der ihn ins Materialkonzept holt.
Der Beistelltisch ist eine der wenigen Neuanschaffungen und bewusst massiv. Seine gedrechselte Form ist die einzige Rundung in einem Raum voller Geraden.
Zwei Bücher, eine Schale, sonst nichts. Ein offenes Fach verträgt genau so viel, wie man auf einen Blick zählen kann.
Was dieses Projekt lehrt
5 Design-Prinzipien, die überall funktionieren
01
Scandi lebt von Textur, nicht von Weiß
Wer nur die Farbe kopiert, landet bei Leere. Gebürstetes Holz, Bouclé, Leinen und rohe Keramik sind der Teil, an dem der Stil tatsächlich hängt.
02
Eine einzige Wandfläche kann den Raum tragen
Statt vier Wände zu bearbeiten, reicht oft eine, wenn sie die richtige ist. Das spart Geld, Zeit und die Unruhe, die entsteht, wenn überall etwas passiert.
03
Bestand behalten ist kein Kompromiss
Was funktioniert, bleibt. Das freigewordene Budget geht in wenige Stücke mit echter Qualität, statt sich auf viele mittelmäßige zu verteilen.
04
Senkrechte Linien wirken wie Raumhöhe
Ein Lamellenpaneel, ein hoher Vorhang, ein schmales Regal: Alles, was den Blick nach oben führt, macht einen Raum gefühlt größer, ohne einen Zentimeter zu gewinnen.
05
Kontrast an einer Materialgruppe genügt
Hier übernimmt das Metall den gesamten Kontrast, schwarz und messingfarben. Wenn Kontrast an mehreren Stellen aus verschiedenen Richtungen kommt, wirkt ein Raum zufällig.
Get the Look
Die Kernelemente des Konzepts
Sechs Elemente, mit denen sich der Look übertragen lässt.
Wand
Senkrechtes Paneel aus Eichenlamellen
Auf Filzträger, als fertiges Element zuschneidbar
Stauraum
Niedriges weißes Sideboard, grifflos
Aus dem Bestand, ein Fach bewusst offen gelassen
Sitzen
Helles Sofa mit schmalen schwarzen Beinen
Dazu ein Bouclé-Teppich, der die Sitzgruppe fasst
Beistelltisch
Gedrechselt, aus Massivholz
Die einzige runde Form im Raum, deshalb massiv gekauft
Licht
Stehleuchte in Schwarz mit Messingschirm
Trägt zusammen mit den Türrahmen den ganzen Kontrast
Deko
Keramikvasen mit Pampasgras und Trockenblumen
Alles im Sandton des Paneels, keine Buntfarbe
Häufige Fragen
Ähnliche Fragen zu diesem Projekt
Was kostet ein Wohnzimmer wie dieses?
Die Umsetzung lag bei 2.500 €, und das war nur möglich, weil fast alle Möbel geblieben sind. Bezahlt wurden im Wesentlichen das Wandpaneel, ein Beistelltisch, ein Teppich und Deko. Geplant wurde mit dem Interior Design Concept, ab 499 €. Wie sich Kosten in einem Projekt verteilen, steht im Beitrag zu Interior Design Kosten. Das Erstgespräch vorab ist kostenlos.
Meistens, weil die Farbe stimmt und die Oberfläche fehlt. Weiße Wände plus weiße Möbel plus glatter Boden ergeben ein Bild ohne Reibung. Abhilfe schaffen Materialien, die Licht unterschiedlich aufnehmen: Holz mit sichtbarer Maserung, ein grober Teppich, Leinenvorhänge, unglasierte Keramik. Genau diese Ebene fehlte auch hier, und genau sie liefert das Paneel.
Kann ich ein Lamellenpaneel in einer Mietwohnung anbringen?
In der Regel ja. Solche Paneele bestehen aus Holzlamellen auf einem Filzträger und lassen sich auf einer Unterkonstruktion befestigen, die nur wenige Dübellöcher braucht. Beim Auszug bleiben diese Löcher übrig, das ist der gesamte Eingriff. Wer ganz ohne Bohren arbeiten will, kann kleinere Elemente auch auf eine Trägerplatte montieren und diese hinter ein Möbelstück stellen.
Wie viel vorhandene Einrichtung kann ich behalten?
Deutlich mehr, als die meisten annehmen. Entscheidend sind Form und Farbe eines Möbelstücks, nicht sein Alter oder sein Preis. Ein schlichtes weißes Sideboard passt in fast jedes helle Konzept, ein wuchtiges dunkles eher nicht. Wir sortieren im Konzept ausdrücklich, was bleibt, und das ist häufig der größte Hebel für ein kleines Budget.
Sind zwei Wochen realistisch für ein ganzes Zimmer?
Wenn der Bestand steht und nur wenige Teile dazukommen, ja. Die zwei Wochen umfassen hier die Montage des Paneels und das Einrichten mit den neuen Stücken. Länger dauert es immer dann, wenn Möbel mit langer Lieferzeit dabei sind oder Handwerk koordiniert werden muss. Wie ein Projekt abläuft, steht im Beitrag zum Ablauf eines Interior-Design-Projekts.
Schick uns Fotos von dem, was Du schon hast. Oft ist mehr davon brauchbar, als Du denkst. Wir planen online, deutschlandweit, zum Festpreis. Das Erstgespräch ist kostenlos.