Even I Would Cook Here, Interior Design Projekt von Schöner*INNEN.
Küche im modernen Stil, 8 Quadratmeter, als schmale Zeilenküche mit Fenster am Ende.
Budget 12.000 Euro für eine komplett neue Küche inklusive Umbau und Material.
Projektdauer 12 Wochen. Gebuchtes Service-Paket: Interior Design Concept.
Designkonzept: Aus einer geschlossenen Küche mit olivgrünen Fronten und durchgehenden
Hängeschränken wurde ein offener Raum, umgesetzt in drei Entscheidungen, nämlich dem
Verzicht auf Hängeschränke zugunsten eines durchlaufenden Wandbretts, petrolfarbenen
matten Fronten mit einer Arbeitsplatte aus Massivholz sowie einem gemusterten Boden in
Zementfliesenoptik, über dem die Wand mit weißen Reliefkacheln ruhig bleibt.
Die Planung lief digital, die Umsetzung über einen ausführenden Betrieb vor Ort.
Schöner*INNEN ist ein Online-Interior-Design-Studio mit über 550 abgeschlossenen Projekten.
Interior Design Projekt
Küche im Modern-Style:
Even I Would Cook Here
Acht Quadratmeter, eine Zeile an der langen Wand, ein Fenster am Ende. An diesem Zuschnitt war nichts zu ändern, und es war auch nicht nötig. Das Problem der alten Küche war nicht der Grundriss, sondern die Menge: olivgrüne Fronten oben und unten, eine durchgehende Reihe Hängeschränke auf Augenhöhe, beige Fliesen dahinter, kleinteiliger Boden darunter. Der Raum war voll, bevor jemand ihn betrat.
Herausgekommen ist eine Küche, die dieselbe Fläche hat und doppelt so groß wirkt. 12.000 € für eine komplett neue Küche inklusive Umbau und Material, zwölf Wochen von der Planung bis zur ersten Mahlzeit. Der größte Gewinn kostete dabei am wenigsten: die leere Wand.
Die alte Küche stammte aus einer Zeit, in der Stauraum das einzige Argument war. Unten olivgrüne Fronten, oben eine geschlossene Reihe Hängeschränke, dazwischen ein schmaler Streifen beige Fliesen, auf dem gerade noch die Steckdosen Platz fanden. Auf den Oberschränken standen Töpfe und Krüge, am Fenster hing ein gemusterter Volant, der Boden lag in kleinteiligen Steinfliesen. Funktioniert hat das alles. Nur wirkte der Raum auf acht Quadratmetern wie ein Gang zwischen zwei Schrankwänden.
Der Zuschnitt selbst war dabei nie das Problem: eine lange Zeile, ein kurzer Schenkel am Fenster, dazwischen genug Bewegungsfläche für eine Person. Genau so ist eine schmale Küche richtig geplant. Was fehlte, war Luft nach oben und ein Materialkonzept, das nicht aus drei Beigetönen besteht. Weil ohnehin alles herauskam, ließ sich beides in einem Zug lösen.
Der Lösungsweg
Drei Entscheidungen haben den Raum verwandelt
Die neue Küche steht an derselben Stelle wie die alte. Anders sind die Höhe, die Farbe und der Boden.
1
Hängeschränke raus, ein Brett rein
Die gesamte Oberschrankzeile ist ersatzlos verschwunden. An ihre Stelle trat ein einzelnes durchlaufendes Wandbrett aus Holz, auf dem Öl, Mühlen und ein gerahmtes Bild stehen. Der Stauraum wanderte dafür nach unten in tiefe Vollauszüge, die bei gleicher Schrankbreite mehr fassen als ein Hängeschrank und die man außerdem bis nach hinten einsehen kann. Was der Raum gewinnt, ist die Wand: Statt an einer Schrankunterkante auf 1,40 Meter zu enden, läuft der Blick jetzt bis zur Decke.
2
Petrol und Massivholz statt Weiß
Die Fronten sind mattes Petrol, grifflos, geöffnet über schmale Griffleisten. Ein Farbton statt Weiß klingt riskant, ist in einer kleinen Küche aber die ruhigere Wahl: Weiß spiegelt jede Unebenheit und jeden Fettfleck, ein matter Farbton absorbiert. Darüber liegt eine Arbeitsplatte aus Massivholz, die dem Petrol die Härte nimmt. Diese beiden Materialien tragen die ganze Küche, alles andere ordnet sich unter.
3
Das Muster liegt am Boden
Der Boden trägt Zementfliesenoptik mit einem orientalischen Ornament in Blauweiß, wandhoch dagegen liegen schlichte weiße Reliefkacheln, die nur über ihre Struktur wirken. Diese Reihenfolge ist der eigentliche Kniff. Ein Muster auf der Wandfläche hinter der Arbeitsplatte wird von Geräten, Steckdosen und Töpfen zerschnitten und wirkt schnell unruhig. Am Boden bleibt es zusammenhängend sichtbar und gibt der Küche einen Charakter, den die Möbel selbst gar nicht liefern müssen.
“
In kleinen Küchen bringt fast nie das nächste Möbelstück den Gewinn, sondern die Stelle, an der man auf eines verzichtet.
Schöner*INNEN
Zum Gestaltungsansatz dieses Projekts
Die Transformation
Vorher
Viel Schrank, wenig Wand, drei Beigetöne.
Die Hängeschränke liefen über die gesamte Länge und endeten auf Augenhöhe. Darüber standen Töpfe und Krüge, weil auch die letzte Fläche noch Stauraum sein sollte.
Derselbe Blick wie auf dem großen Nachher-Bild. Die Zeile stand schon damals richtig, der kleinteilige Boden und der Volant am Fenster machten den Gang trotzdem eng.
Das Ergebnis
Nachher
Dieselben acht Quadratmeter, jetzt mit einer freien Wand über der Arbeitsplatte.
Der Blick von der Tür. Über der ganzen Länge hängt nichts außer einem Brett, und genau deshalb reicht das Licht vom Fenster bis nach hinten durch.
Unten sitzen tiefe Vollauszüge statt Türen mit Böden. Sie fassen mehr als die alten Hängeschränke und lassen sich bis nach hinten einsehen.
Am Kochfeld übernimmt die Edelstahlhaube die Stelle, an der sonst ein Oberschrank hinge. Auf dem Brett steht, was täglich gebraucht wird, alles andere liegt unten.
Nachmittagslicht auf der Front. Matte Oberflächen zeigen im Streiflicht keine Fingerabdrücke, was in einer Küche mehr wert ist als jede Hochglanzoptik.
Was dieses Projekt lehrt
5 Design-Prinzipien, die überall funktionieren
01
Hängeschränke kosten mehr Raumgefühl, als sie Stauraum bringen
Ein tiefer Vollauszug fasst bei gleicher Breite in der Regel mehr als ein Oberschrank und nimmt der Wand nichts weg. Wer beides hat, sollte prüfen, ob er beides braucht.
02
Muster gehören auf den Boden
Am Boden bleibt ein Ornament zusammenhängend sichtbar. An der Wand zerschneiden es Geräte, Steckdosen und Töpfe, und aus Charakter wird Unruhe.
03
Matt ist in der Küche praktischer als Hochglanz
Fingerabdrücke, Streiflicht, kleine Unebenheiten: Hochglanz zeigt alles davon, eine matte Front nichts. Der Unterschied fällt täglich auf, nicht nur beim Fototermin.
04
Holz nimmt einer Farbe die Härte
Petrol allein wäre kühl geblieben. Eine Arbeitsplatte aus Massivholz ist die Fläche, an der man ohnehin steht, und macht aus dem Farbton eine Wohnküche.
05
Struktur ersetzt Dekor
Die weißen Wandfliesen sind reliefiert statt bedruckt. Sie wirken über Licht und Schatten und bleiben trotzdem der ruhige Teil des Raums.
Get the Look
Die Kernelemente des Konzepts
Sechs Elemente, mit denen sich der Look übertragen lässt.
Fronten
Mattes Petrol, grifflos mit Griffleiste
Unten Vollauszüge statt Türen mit Einlegeböden
Arbeitsplatte
Massivholz, durchlaufend über die ganze Zeile
Regelmäßig geölt, Spüle von oben eingelassen
Wandfliese
Weiße Reliefkachel, liegend verlegt
Wirkt über Struktur statt über Farbe oder Druck
Boden
Zementfliesenoptik mit blauweißem Ornament
Als Feinsteinzeug, damit er in der Küche pflegeleicht bleibt
Statt Hängeschränken
Ein durchlaufendes Wandbrett aus Holz
Auf Höhe der alten Schrankunterkante montiert
Licht
Schienenstrahler an der Decke, Pendel am Fenster
Strahler einzeln auf Spüle und Kochfeld ausgerichtet
Häufige Fragen
Ähnliche Fragen zu diesem Projekt
Was kostet eine Küche wie diese?
Für dieses Projekt lagen 12.000 € im Budget, und darin steckt alles: Möbel, Geräte, Fliesen, Material und der Umbau. Für eine komplett neue Küche ist das ein enger Rahmen, der nur aufgeht, weil auf Hängeschränke verzichtet wurde und die Zeile an ihrem Platz blieb. Geplant wurde mit dem Interior Design Concept, ab 499 €. Wie sich Kosten in einem Projekt verteilen, steht im Beitrag zu Interior Design Kosten. Das Erstgespräch vorab ist kostenlos.
Reicht der Stauraum ohne Hängeschränke wirklich?
In dieser Küche ja, und das ist kein Einzelfall. Ein Unterschrank mit Vollauszügen nutzt seine Tiefe vollständig, ein Hängeschrank dagegen nur bis dorthin, wo der Arm hinreicht. Wer die Oberschränke streicht, sollte im Gegenzug alle Unterschränke auf Auszüge umstellen und einen Hochschrank für Vorräte einplanen. Was dann noch nicht passt, gehörte meistens ohnehin aussortiert.
Wie pflegeaufwendig ist eine Arbeitsplatte aus Massivholz?
Sie braucht Aufmerksamkeit, aber weniger, als ihr Ruf sagt. Zwei bis drei Mal im Jahr ölen, Wasser am Spülbereich nicht stehen lassen, heiße Töpfe auf einen Untersetzer. Dafür lässt sich Holz im Gegensatz zu jedem anderen Material nachschleifen: Was nach Jahren nach Abnutzung aussieht, ist nach einer Stunde Arbeit wieder wie neu.
Wie viel Muster verträgt eine kleine Küche?
Eine gemusterte Fläche, und die restlichen ruhig. Hier trägt der Boden das Ornament, Wand und Fronten bleiben einfarbig. Umgekehrt funktioniert es genauso, also gemusterte Wandfliese zu schlichtem Boden. Beides zusammen ist auf 8 m² fast immer zu viel, weil dem Auge dann die Fläche fehlt, auf der es sich ausruht.
Lässt sich eine Küche online planen, wenn vor Ort gebaut wird?
Ja, und der Ablauf ist bei einer Küche sogar besonders klar, weil fast alles über Maße läuft. Wir brauchen ein präzises Aufmaß mit Fenster-, Tür- und Anschlusspositionen, Fotos aus allen Richtungen und danach den direkten Draht zum ausführenden Betrieb. Sechs Wochen sind dafür realistisch, den größten Teil davon machen Lieferzeiten aus. Wie das abläuft, steht im Beitrag zum Ablauf eines Interior-Design-Projekts.
Schick uns die Maße Deiner Küche und ein paar Fotos, gern schon vor dem ersten Angebot vom Küchenstudio. Wir planen online, deutschlandweit, zum Festpreis. Das Erstgespräch ist kostenlos.