Hauptsache Blau, Interior Design Projekt von Schöner*INNEN in Nürnberg.
Kinderzimmer unter einer Dachschräge, 12 Quadratmeter.
Möbelbudget 900 Euro. Projektdauer 2 Wochen. Gebuchtes Service-Paket: Styling Upgrade.
Designkonzept: Die Farbe Blau war der ausdrückliche Wunsch des Kindes und wurde in drei
Entscheidungen umgesetzt, nämlich Blau als Wandband und als diagonale Fläche entlang der
Dachschräge statt als Vollanstrich, ein Hochbett mit Sternenzelt oben und Leseecke darunter
sowie günstige Regalsysteme, die blau lackiert statt neu gekauft wurden.
Kommode, Spielzeugkran und die Zeichnungen des Kindes blieben aus dem Bestand.
Schöner*INNEN ist ein Online-Interior-Design-Studio mit über 550 abgeschlossenen Projekten seit 2024.
Interior Design Projekt
Kinderzimmer in Nürnberg:
Hauptsache Blau
Der Kunde war in diesem Projekt keine Erwachsene und keine Familie, sondern Felix. Er hatte genau eine Anforderung an sein neues Zimmer, und die trug er auch entschieden vor: Blau. Viel Blau. Die Eltern hatten eine zweite Anforderung, die genauso klar war. Das Budget sollte unter 1.000 € bleiben.
Beides ging, weil kaum etwas Neues gekauft wurde. Am Ende standen 900 € auf der Rechnung, verteilt auf Farbe, ein Hochbett und Lack für Regale, die schon da waren. Zwölf Quadratmeter unter einer Dachschräge, zwei Wochen Umsetzung, geplant komplett online aus Berlin.
Vorher war das Zimmer vor allem eine Fläche, auf der Dinge lagen. Ein Straßenteppich in der Mitte, darauf Kran, Parkhaus, Flugzeug und Eisenbahn. Am Fenster ein rotes Feuerwehrauto-Bett, an der Wand ein schwarzes Sofa, das eher aus dem Wohnzimmer stammte als aus einem Kinderzimmer. Die Wände waren weiß und blieben es auch bis unter die Dachschräge. Nichts davon war kaputt. Es war nur nichts davon für Felix gemacht.
Dazu die eigentliche Schwierigkeit: 12 m² klingen nach genug, aber ein Teil davon steht unter einer Schräge und ist damit nur für Kinder in voller Höhe nutzbar. Schlafen, spielen und irgendwann Hausaufgaben machen sollen trotzdem alle drei hineinpassen. Und weil das Studio in Berlin sitzt und das Zimmer in Nürnberg steht, lief die gesamte Planung über Online Interior Design, ohne dass jemand den Raum je betreten hätte.
Der Lösungsweg
Drei Entscheidungen haben den Raum verwandelt
Der Wunsch des Kindes war nicht verhandelbar, das Budget auch nicht. Drei Festlegungen haben beides zusammengebracht.
1
Blau als Band und Fläche, nicht als Anstrich
Ein komplett blaues Zimmer wäre die naheliegende Antwort gewesen und hätte in zwei Jahren erdrückend gewirkt. Stattdessen läuft das Blau als Farbband über die untere Wandhälfte im Bettbereich, auf Augenhöhe eines Kindes. Dazu kommt eine türkise Fläche, die dem Winkel der Dachschräge folgt und ihn dadurch betont, statt ihn zu verstecken. Oben bleibt alles weiß, damit der Raum hoch wirkt.
2
Nach oben schlafen, nach unten lesen
Aus dem Feuerwehrauto-Bett wurde ein Hochbett aus Kiefer. Oben liegt die Matratze unter einem Sternenzelt mit eingezogener Lichterkette, unten entsteht auf derselben Grundfläche eine Höhle aus Kissen und Decken. In einem Zimmer mit Schräge ist das der einzige ehrliche Weg, Fläche zu gewinnen: Man kann sie nicht breiter machen, nur doppelt nutzen.
3
Regale lackieren statt kaufen
Die drei niedrigen Regale an der Längswand sind einfache, günstige Systeme, die es vorher schon gab. Sie wurden blau lackiert und in einer Reihe gesetzt. Damit sind sie kein Möbelstück mehr, sondern eine durchgehende Linie auf Kinderhöhe. Das ist der Grund, warum das Projekt bei 900 € geblieben ist: Der größte Posten war Farbe, nicht Mobiliar.
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Kinder wissen ziemlich genau, was sie wollen. Unsere Aufgabe ist selten, sie davon abzubringen, sondern meistens, die richtige Menge davon zu finden.
Schöner*INNEN
Zum Gestaltungsansatz dieses Projekts
Die Transformation
Vorher
Viel Spielzeug, viel Boden, keine Zonen.
Vorher
Alles spielte sich auf dem Boden ab. Oben links hängt die Rentier-Zeichnung schon an der Wand, mit Klebeband und schief.
Vorher
Die Kommode und der Kran sind dieselben, die später wieder auftauchen. Die Wandfläche darüber blieb ungenutzt.
Das Ergebnis
Nachher
Dieselben 12 Quadratmeter, jetzt mit drei Zonen statt einer Fläche.
Die Regale gab es vorher schon. Blau lackiert und in einer Reihe gesetzt, ergeben sie eine durchgehende Linie auf Kinderhöhe. Rechts der höhenverstellbare Schreibtisch, der die nächsten Jahre mitwächst.
Die Höhle unter dem Bett. Wolkenlampe, ein Brett für Bücher und Teddys, eine Wandleuchte zum Selbstanschalten.
Dieselbe Kommode, derselbe Kran wie auf dem zweiten Vorher-Bild. Neu ist die türkise Fläche, die dem Winkel der Schräge folgt.
Dasselbe Blatt wie vorher, jetzt gerade und auf Augenhöhe, neben zwei gerahmten Bildern. Kinderkunst ist Kunst, wenn man sie so behandelt.
Die Leiter nach oben. Das Wal-Poster hängt an einfachen Holzleisten und lässt sich austauschen, wenn Felix irgendwann andere Tiere gut findet.
Ein Regal für die Dinge, die keinem Zweck dienen: ein Reh, ein Foto, die Medaillen vom Sportfest. Das Persönliche braucht einen festen Platz, sonst liegt es überall.
Was dieses Projekt lehrt
5 Design-Prinzipien, die überall funktionieren
01
Das Kind wählt die Farbe, Du wählst die Menge
Einen Farbwunsch abzulehnen führt zu einem Zimmer, in dem sich niemand wiedererkennt. Über die Fläche zu entscheiden ist die bessere Verhandlung.
02
Unter einer Schräge gewinnst Du nur nach oben
Die Grundfläche lässt sich nicht vergrößern, die Nutzung schon. Ein Hochbett macht aus einer Schlafzone zwei Zonen, ohne einen Quadratmeter mehr.
03
Lack ist das günstigste Möbelstück
Drei einfache Regale in einer Farbe wirken wie ein Einbau. Neu gekauft hätten sie ein Vielfaches gekostet und nicht besser ausgesehen.
04
Spielzeug im Regal ist Deko, Spielzeug am Boden ist Chaos
Dieselben Autos, Kräne und Figuren wirken sortiert wie eine Sammlung. Es braucht dafür nur genug offene Fächer in Greifhöhe.
05
Kinderkunst gehört gerade an die Wand
Schief mit Klebeband befestigt ist ein Bild ein Provisorium. Gerade gehängt neben gerahmten Bildern ist dasselbe Blatt ein Kunstwerk.
Get the Look
Die Kernelemente des Konzepts
Sechs Elemente, mit denen sich der Look übertragen lässt.
Wandfarbe
Hellblaues Band, weiß darüber
Auf Augenhöhe eines Kindes, nicht raumhoch
Zweitfläche
Türkis entlang der Dachschräge
Betont den Winkel, statt ihn zu kaschieren
Bett
Hochbett aus Kiefer mit Sternenzelt
Lichterkette im Zelt, Leseecke darunter
Stauraum
Günstige Regale, blau lackiert
Aus dem Bestand, in einer Reihe gesetzt
Arbeitsplatz
Höhenverstellbarer Schreibtisch
Wächst mit, statt in zwei Jahren ersetzt zu werden
Wanddeko
Eigene Zeichnungen und Poster an Holzleisten
Austauschbar, ohne neue Löcher zu bohren
Häufige Fragen
Ähnliche Fragen zu diesem Projekt
Was kostet ein Kinderzimmer wie dieses?
Geplant wurde es mit dem Styling Upgrade, ab 329 €. Die Umsetzung selbst lag bei 900 €, verteilt auf Wandfarbe, das Hochbett und Lack für die vorhandenen Regale. Genau dafür ist dieses Paket gedacht: Bestand gezielt ergänzen, statt ein Zimmer neu zu kaufen. Alle Pakete im Vergleich findest Du auf der Paketübersicht, das Erstgespräch vorab ist kostenlos.
Funktioniert das, wenn Ihr in Berlin sitzt und mein Zimmer in Nürnberg steht?
Dieses Projekt ist der Beleg dafür. Wir waren nie vor Ort. Was wir brauchen, sind Fotos aus allen Ecken, die Maße des Raums inklusive Fensterhöhe und Schräge, und ein Gespräch darüber, wie der Raum genutzt wird. Den Rest übernehmen Grundriss und Visionboard. Wie so ein Projekt abläuft, steht in unserem Beitrag zum Ablauf eines Interior-Design-Projekts.
Wie viel Blau verträgt ein Kinderzimmer?
Mehr, als die meisten Eltern vermuten, aber selten raumhoch. Bewährt hat sich hier ein Farbband auf der unteren Wandhälfte: Es ist auf Kinderhöhe präsent, lässt die obere Hälfte weiß und damit den Raum hoch wirken. Zusätzlich hilft eine zweite, verwandte Fläche wie das Türkis an der Schräge. Zwei Töne derselben Familie wirken erwachsener als ein einzelner, flächiger Anstrich.
Lohnt sich ein Hochbett unter einer Dachschräge?
Ja, sofern die lichte Höhe an der Stelle stimmt, an der das Bett steht. Gemessen wird von der Matratzenoberkante bis zur Decke, dort sollten für ein Kind mindestens 80 cm bleiben, damit es sich aufsetzen kann. Steht das Hochbett an der hohen Wandseite, gewinnst Du die gesamte Fläche darunter als zweite Zone. Genau dieser Tausch trägt dieses Zimmer.
Wächst so ein Zimmer mit?
Es ist darauf ausgelegt. Der Schreibtisch ist höhenverstellbar, die Poster hängen an Holzleisten und lassen sich ohne neue Löcher austauschen, und die Regale sind schlicht genug, um in ein paar Jahren Bücher statt Baufahrzeuge zu tragen. Was tatsächlich altert, sind die Textilien und das Sternenzelt. Beides ist der günstigste Teil der Einrichtung und bewusst so gewählt.