Interior Design Projekt

Office Design in Berlin: Cogs

Cogs vermittelt Menschen. Die Agentur besetzt Positionen im digitalen Sektor, von UX-Design über Produktmanagement bis Performance Marketing, und unterhält neben Berlin Standorte in London und Asien. Wer davon lebt, Menschen an Unternehmen zu vermitteln, wird an den eigenen Räumen gemessen, denn Kandidatinnen und Kandidaten kommen zum Gespräch ins Büro.

Genau daraus ergab sich die Aufgabe: Das Büro sollte nicht wie eine Personalabteilung wirken, sondern wie ein Ort, an dem man selbst gern arbeiten würde. Rund 20 Arbeitsplätze, fertiggestellt 2020, in einem Altbau mit Rundbogenfenstern, auf einer durchgehenden offenen Fläche.

Büro von Cogs in Berlin: gelbe Wand mit beleuchtetem Cogs-Schriftzug, davor die offene Arbeitsfläche mit langen Holztischen
Ort Berlin
Objekt Büro einer digitalen Personalvermittlung
Fertigstellung 2020
Arbeitsplätze ca. 20
Betreuung Sophia unter dittmar+friends
Leistung Neugestaltung der Arbeits- und Konferenzräume

Ein Büro, das mitbewirbt

Der Berliner Standort von Cogs besteht seit 2015 und ist der deutsche Ableger einer international aufgestellten Agentur. Vermittelt werden Fach- und Führungskräfte im digitalen Bereich, also genau die Berufsgruppe, die sich ihre Arbeitgeber aussuchen kann. Das Berliner Team arbeitet international und betreut Kandidatinnen und Kandidaten in mehreren deutschen Städten.

Für die Räume folgt daraus eine ungewöhnliche Doppelnutzung. Ein Vermittlungsbüro ist Arbeitsplatz und Schaufenster zugleich: Hier wird telefoniert und geschrieben, und hier sitzen Menschen im Gespräch, die gerade entscheiden, ob sie einer Agentur ihre berufliche Zukunft anvertrauen. Wie wichtig die Qualität des Arbeitsorts inzwischen für Bindung und Gewinnung ist, zeigt unter anderem das JLL Workforce Preference Barometer mit 8.700 Befragten in 31 Ländern. Was das für Büroräume konkret heißt, steht in unserem Beitrag zum Büro einrichten.

Drei Entscheidungen haben das Büro geprägt

Alle drei zielen darauf, dass der erste Eindruck stimmt, ohne dass der Raum inszeniert wirkt.

Glas statt Wände

Der Besprechungsraum liegt nicht hinter einer geschlossenen Tür, sondern hinter einer raumhohen Verglasung mitten in der Fläche. Wer hereinkommt, sieht das ganze Büro auf einen Blick, auch die Menschen, die gerade arbeiten. Das ist eine bewusste Offenheit: In einer Branche, in der Vertrauen die Ware ist, wirkt ein Raum, der nichts verbirgt, anders als ein Flur mit nummerierten Türen. Akustisch trennt das Glas trotzdem, Gespräche über Gehälter und Wechselabsichten bleiben vertraulich.

Sofa statt Empfangstresen

Es gibt keinen Tresen, an dem man sich anmeldet. Stattdessen steht am Eingang eine Sitzgruppe aus Sofa, zwei Sesseln und Couchtisch auf einem Teppich, dahinter ein niedriges Regal als Raumteiler. Wer zum Gespräch kommt, wartet also nicht vor einer Theke, sondern sitzt bereits. Für ein Vermittlungsbüro ist das die inhaltlich richtige Geste: Das Gespräch beginnt auf Augenhöhe, nicht an einem Schalter.

Farbe in den Möbeln, nicht an den Wänden

Die Wände bleiben weiß, der Altbau mit seinen Rundbogenfenstern und der hohen Lichtvoute trägt den Raum allein. Farbe kommt über Möbel und Textilien: ein gelber Sessel, ein petrolfarbener, ein gemusterter Teppich, ein Regal mit bunten Rückwänden. Dazu genau eine gelbe Wand mit dem beleuchteten Cogs-Schriftzug. So bleibt die Marke präsent, ohne dass das Büro in Unternehmensfarben getaucht wäre, und einzelne Möbel lassen sich austauschen, ohne dass gestrichen werden muss.

Wer Menschen vermittelt, verkauft Vertrauen. Ein Raum, der nichts verbirgt, sagt darüber mehr aus als jede Broschüre, die im Empfangsbereich ausliegt.

Schöner*INNEN

Zum Gestaltungsansatz dieses Projekts

5 Prinzipien für Büros mit Kundenverkehr

Wer Besuch empfängt, plant vom Eingang aus

Die ersten fünf Meter entscheiden über den Eindruck. In Büros mit Publikumsverkehr gehört dorthin die beste Fläche, nicht die Reststelle neben der Garderobe.

Eine Sitzgruppe schlägt einen Tresen

Ein Tresen stellt eine Barriere zwischen zwei Personen. Ein Sofa mit Sesseln setzt beide auf dieselbe Höhe. Für Gespräche, in denen Vertrauen aufgebaut werden soll, ist das der bessere Anfang.

Glas trennt akustisch, ohne visuell zu trennen

Vertrauliche Gespräche brauchen Schallschutz, kein Versteck. Eine raumhohe Verglasung liefert genau das und hält den Raum trotzdem als Ganzes lesbar.

Farbe in Möbeln bleibt beweglich

Wandfarbe legt einen Raum fest, Möbel nicht. Wer sein Farbkonzept über Sessel, Teppiche und Regale trägt, kann es später ändern, ohne dass Handwerk nötig wird.

Eine Markenwand genügt

Ein einziger, gut platzierter Schriftzug am Ende einer Sichtachse wirkt stärker als Logos auf Wänden, Türen und Tassen. Und er lässt sich austauschen, wenn sich die Marke ändert.

Die Kernelemente des Konzepts

Sechs Elemente, mit denen sich der Look übertragen lässt.

Empfang
Sitzgruppe statt Tresen
Sofa, zwei Sessel, Couchtisch, alles auf einem Teppich
Besprechung
Raumhohe Verglasung mitten in der Fläche
Schallschutz ohne Sichtschutz, Tür bündig integriert
Farbe
Gelb und Petrol in Möbeln und Textilien
Wände bleiben weiß, Farbe bleibt dadurch austauschbar
Marke
Eine gelbe Wand mit beleuchtetem Schriftzug
Am Ende der Sichtachse platziert, sonst kein Logo im Raum
Zonierung
Niedriges Regal als Raumteiler
Farbige Rückwände, offen genug für Sicht und Licht
Arbeitsplätze
Lange Tische aus hellem Holz
Mehrere Plätze je Tisch statt einzelner Schreibtischinseln

Ähnliche Fragen zu diesem Projekt

Wie gestaltet man ein Büro, in das Kundschaft kommt?
Vom Eingang aus. Die ersten Meter entscheiden über den Eindruck, deshalb gehört dorthin die beste Fläche und das beste Licht. Danach folgt die Frage, wo Gespräche stattfinden und ob sie vertraulich sein müssen. Erst zuletzt kommen die Arbeitsplätze, denn die funktionieren fast überall. Bei Cogs führte diese Reihenfolge dazu, dass die Lounge an der Fensterseite liegt und nicht in einer Ecke.
Verglaste Besprechungsräume, ist das nicht unangenehm?
Für vertrauliche Inhalte zählt der Schall, nicht der Blick. Eine raumhohe Verglasung mit dichtem Anschluss an Boden und Decke hält Gespräche im Raum. Wer zusätzlich Diskretion braucht, arbeitet mit satiniertem Glas auf Sitzhöhe oder mit Vorhängen. Ganz geschlossene Räume kosten in kleinen Büros dagegen Licht und lassen die Fläche kleiner wirken, als sie ist.
Wie viel Markenfarbe gehört in ein Büro?
Weniger, als Corporate-Design-Handbücher nahelegen. Eine prägnante Fläche, gut platziert, bleibt im Gedächtnis. Wände, Türen und Möbel im selben Firmenton wirken dagegen schnell wie ein Messestand. In diesem Projekt trägt genau eine Wand die Marke, alles andere ist weiß oder in freien Akzentfarben gehalten.
Was kostet ein Projekt wie dieses?
Für Geschäftskund*innen gibt es keine Pauschalpreise, weil sich Flächen, Nutzung und Umfang zu stark unterscheiden. Wir erstellen nach dem Erstgespräch ein individuelles Angebot, das den tatsächlichen Leistungsumfang abbildet. In diesem Projekt umfasste er die Neugestaltung der Arbeits- und Konferenzräume. Das Erstgespräch ist kostenlos, alles Weitere steht auf unserer Seite für Geschäftskund*innen.
Wer hat dieses Projekt umgesetzt?
Dieses Projekt hat Sophia betreut, damals unter dittmar+friends. Es steht hier, weil dieselbe Handschrift heute in die Projekte von Schöner*INNEN einfließt. Uns ist wichtig, das transparent zu benennen, statt fremde Arbeit stillschweigend ins eigene Portfolio zu übernehmen. Die Fotos stammen von Sebastian Dörken.

Bereit für Euer eigenes Büro?

Erzählt uns, wer bei Euch zu Besuch kommt und was diese Menschen sehen sollen. Daraus ergibt sich die Reihenfolge aller weiteren Entscheidungen. Wir planen deutschlandweit, jedes Angebot ist individuell, das Erstgespräch ist kostenlos.

Fotos von Sebastian Dörken. Projektbetreuung durch Sophia unter dittmar+friends.