Pop-Up Store für Roborock, Interior Design Projekt von Schöner*INNEN in Berlin-Friedrichshain.
Temporäre Verkaufsfläche, gestaltet im Januar 2024, Laufzeit wenige Wochen.
Von der Anfrage bis zur Eröffnung vergingen 14 Tage: 7 Tage für den Entwurf und 7 Tage für den Aufbau, den Schöner*INNEN selbst übernommen hat.
Ausgangslage: Die Eröffnung war überfällig, der vorhandene Entwurf wurde verworfen,
und die Anmietung der Fläche lief bereits. Gesucht war eine Gestaltung, die schnell,
günstig und auffällig ist.
Designkonzept: umgesetzt in drei Entscheidungen, nämlich Materialien aus dem Eventbau
statt aus dem Ladenbau, also Klebefolie, Ballons, Lamettavorhänge und Acrylplatten,
einem eigenen Farbstrahl je Produkt, der den Blick auf das Gerät statt auf den Raum
lenkt, sowie zwei getrennten Welten auf einer Fläche, vorn die helle Produktzone und
hinten ein dunkler Raum mit Silberfolie, Discokugeln und Sternenprojektion.
Gezeigt wurden Saugroboter und der Waschtrockner Zeo One.
Schöner*INNEN ist ein Online-Interior-Design-Studio mit über 550 abgeschlossenen Projekten seit 2024.
Interior Design Projekt
Pop-Up Store in Berlin-Friedrichshain:
Roborock
Dieses Projekt begann mit einem Anruf, der so klang, wie solche Anrufe klingen: Die Fläche war angemietet, die Miete lief, die Eröffnung war überfällig, und der vorliegende Entwurf überzeugte niemanden mehr. Gesucht war kein Konzept für die Schublade, sondern eine Gestaltung, die in Tagen steht. Es wurden vierzehn: sieben für den Entwurf, sieben für den Aufbau, den wir selbst übernommen haben.
Dazu kam die Rahmenbedingung, die bei Pop-Up-Flächen alles bestimmt: Die Anmietung lief nur über wenige Wochen. Was hier entsteht, muss auffallen, wenig kosten und sich rückstandsfrei wieder abbauen lassen. Gezeigt wurden Saugroboter und der Waschtrockner Zeo One, den Roborock im selben Jahr auf den deutschen Markt brachte.
Ein Pop-Up-Store rechnet sich anders als ein Ladengeschäft. Die Fläche kostet ab dem Tag der Anmietung, und jeder Tag ohne Eröffnung ist ein Tag, an dem Miete für einen leeren Raum bezahlt wird. Genau in dieser Lage war das Projekt, als es zu uns kam: Die Fläche in Friedrichshain war gebucht, der Termin verstrichen, der vorhandene Entwurf verworfen.
Die Aufgabe war deshalb klar umrissen: nicht der beste Entwurf, sondern der beste, der sich sofort umsetzen lässt. Auffällig genug, dass Menschen stehen bleiben. Günstig genug, dass sich der Aufwand bei wenigen Wochen Laufzeit rechnet. Und so gebaut, dass die Produkte im Mittelpunkt stehen, nicht der Raum. Was Ladenflächen sonst leisten müssen, steht im Beitrag zum Urban-Industrial-Stil, hier galten andere Regeln.
Der Lösungsweg
Drei Entscheidungen haben den Store geprägt
Alle drei folgen derselben Regel: kein Material, das eine Lieferzeit hat, und nichts, was sich nicht wieder abbauen lässt.
1
Material aus dem Eventbau statt aus dem Ladenbau
Klebefolie in Neontönen, silberne Ballons, Lamettavorhänge, Acrylplatten, Leuchtstoffröhren, Discokugeln: Nichts davon muss bestellt und terminiert werden, alles davon lässt sich in Stunden montieren und in Stunden wieder entfernen. Ladenbau hätte hier nicht funktioniert, weil Einbauten Vorlauf brauchen und bei einer Laufzeit von wenigen Wochen nie wirtschaftlich sind. Hinzu kommt, dass wir den Aufbau selbst übernommen haben: Was wir zu zweit tragen, kleben und hängen können, braucht keine Gewerkekoordination und keinen Termin, auf den man wartet. Der Nebeneffekt ist gestalterisch: Diese Materialien sehen ohnehin nach Bühne aus, und genau das war gewünscht.
2
Jedes Produkt bekommt seinen eigenen Farbstrahl
Hinter jedem weißen Podest laufen Streifen aus Neonfolie die Wand hinauf und vor dem Podest über den Boden weiter, in Pink, Orange oder Gelb. Das Auge folgt den Linien und landet auf dem Gerät. Ein Saugroboter ist ein flaches, dunkles Objekt, das in einem weißen Raum kaum Präsenz hat. Erst diese Rahmung macht daraus ein Exponat, und sie kostet so viel wie das Klebeband, aus dem sie besteht.
3
Zwei Welten auf einer Fläche
Vorne die helle, laute Produktzone mit Podesten, Neonfolie und Schaufenster. Hinten ein zweiter Raum, komplett anders: Silberfolie an den Wänden, hängende Spiegelkugeln, Sternenprojektion, weicher heller Boden, warmes rosafarbenes Licht. Dieser Bereich verkauft nichts, er wird fotografiert. Für einen Pop-Up-Store ist das kein Luxus: Jedes Bild, das dort entsteht, trägt die Marke weiter, ohne dass Werbebudget fließt.
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Bei einer Fläche, die nach wenigen Wochen wieder leer ist, ist die teuerste Entscheidung nicht das Material, sondern jeder Tag, an dem noch nichts steht.
Schöner*INNEN
Zum Gestaltungsansatz dieses Projekts
Das Ergebnis
Der fertige Store
Klebeband, Ballons und Folie, in sieben Tagen selbst aufgebaut.
Das Schaufenster als erste Entscheidung. Silberne Ballons füllen die Fläche, hinter den Podesten laufen die Farbstrahlen bis unter die Decke, der Schriftzug arbeitet als Blickfang für die Straße.
Drei Produkte, drei Farben, drei Strahlenkränze. Die Streifen setzen sich auf dem Boden fort, dadurch steht jedes Gerät in einer eigenen Zone, ohne dass eine Trennwand nötig wäre.
Der Waschtrockner steht frei im Raum wie eine Skulptur. Die Leuchtstoffröhren daneben sind gebündelt aufgehängt, das ist billiger als jede Leuchte und sieht nach Raumschiff aus.
Die Markenbotschaften stehen auf überlappenden Acrylplatten statt auf der Wand. Bedruckt, an vier Schrauben gehängt, beim Rückbau in fünf Minuten entfernt.
Der Übergang zwischen den beiden Welten. Senkrechte Röhren bilden ein Tor, hinter dem der Raum dunkel, weich und rosa wird.
Der hintere Raum. Silberfolie an den Wänden, Spiegelkugeln von der Decke, ein Sternenprojektor. Material für wenige Hundert Euro, Wirkung wie ein Set.
Im hinteren Raum steht dasselbe Gerät noch einmal, aber völlig anders inszeniert: Mondlampe, Fellteppich, rosa Licht. Dasselbe Produkt, zwei Geschichten.
Das Logo vor dem Silbervorhang. Ein Motiv, das ohne Aufbau auskommt und trotzdem auf jedem Foto funktioniert, das Gäste hier machen.
Eine Spiegelkugel, ein farbiger Strahler, fertig. In temporären Flächen erledigt Licht den Teil der Arbeit, für den sonst gebaut wird.
Was dieses Projekt lehrt
5 Prinzipien für temporäre Flächen
01
Bei befristeter Miete zählt der Rückbau von Anfang an
Jede Schraube in der Wand ist beim Auszug Arbeit und häufig eine Rechnung. Material, das sich in Stunden entfernen lässt, ist deshalb nicht die billige Lösung, sondern die richtige.
02
Was Lieferzeit hat, kommt nicht in Frage
In einem Projekt, das in Tagen steht, entscheidet die Verfügbarkeit über das Material. Folie, Ballons, Acrylplatten und Leuchtmittel gibt es sofort, Möbel und Einbauten nicht. Dasselbe gilt für Gewerke: Selbst aufbauen ist oft schneller als auf einen freien Termin zu warten.
03
Ein Strahlenkranz macht aus einem Gerät ein Exponat
Technische Produkte sind oft flach, dunkel und unauffällig. Eine gerichtete Rahmung aus Linien oder Licht lenkt den Blick sicherer als jedes Podest allein.
04
Ein Pop-Up braucht einen Ort zum Fotografieren
Die Fläche, an der niemand etwas kauft, ist häufig die wertvollste. Sie erzeugt die Bilder, die den Store über seine Laufzeit hinaus sichtbar machen.
05
Zwei Stimmungen wirken länger als eine
Ein Raum, der von hell und laut nach dunkel und weich wechselt, hält Menschen länger. Auf kleiner Fläche ist dieser Kontrast der einfachste Weg zu einer Dramaturgie.
Get the Look
Die Kernelemente des Konzepts
Sechs Elemente, mit denen sich der Look übertragen lässt.
Wandgrafik
Streifen aus Neonfolie in Pink, Orange und Gelb
Laufen über Wand und Boden weiter, je Produkt eine Farbe
Präsentation
Weiße Würfelpodeste in drei Höhen
Neutral genug, dass die Farbe die Arbeit übernimmt
Text
Bedruckte Acrylplatten, überlappend gehängt
Ersetzt Wandgrafik, kein Maler, rückstandsfrei
Schaufenster
Silberne Ballons als Bodenfüllung
Dazu ein Schriftzug in Neonoptik auf Augenhöhe
Zweiter Raum
Silberfolie, Spiegelkugeln, Sternenprojektor
Weicher heller Boden, rosafarbenes Licht
Licht
Gebündelte Leuchtstoffröhren als Skulptur
Senkrecht gehängt, bilden Tore zwischen den Zonen
Häufige Fragen
Ähnliche Fragen zu diesem Projekt
Wie schnell lässt sich ein Pop-Up-Store gestalten?
In diesem Projekt waren es 14 Tage: sieben für den Entwurf und sieben für den Aufbau. Möglich ist das, wenn die Materialauswahl von Anfang an darauf ausgelegt ist. Entscheidend ist die Regel, nichts zu planen, was eine Lieferzeit hat. Folie, Acrylplatten, Leuchtmittel, Ballons und Textilien gibt es kurzfristig, Möbel und Einbauten nicht. Der zweite Faktor ist der Aufbau: Wer ihn selbst übernimmt, spart die Wochen, die zwischen Angebot, Beauftragung und freiem Termin eines Betriebs liegen. Wir übernehmen solche Projekte auch dann, wenn ein anderer Entwurf bereits gescheitert ist.
Wie hält man die Kosten bei temporären Flächen niedrig?
Indem der Aufwand dorthin geht, wo er sichtbar ist. In diesem Store steckt das Budget in Folie, Licht und einem zweiten Raum, der fotografiert wird. Es steckt nicht in Einbauten, die nach wenigen Wochen im Container landen. Ein zweiter Hebel ist Wiederverwendung: Podeste, Leuchtmittel und Textilien lassen sich für die nächste Fläche einlagern, bedruckte Folie nicht.
Was muss man beim Rückbau einer Mietfläche beachten?
Der Zustand bei Übergabe ist der Maßstab, und das gilt auch für Dübellöcher, Klebereste und Farbe. Deshalb sollte man vor dem Aufbau klären, was der Vertrag erlaubt, und Material wählen, das rückstandsfrei entfernbar ist. In diesem Projekt hing fast alles an wenigen Aufhängungen oder klebte auf Flächen, die sich reinigen lassen. Das erspart am Ende eine Rechnung, die den Vorteil einer günstigen Gestaltung wieder auffressen würde.
Was kostet ein Projekt wie dieses?
Für Geschäftskund*innen gibt es keine Pauschalpreise, weil sich Flächen, Nutzung und Umfang zu stark unterscheiden. Wir erstellen nach dem Erstgespräch ein individuelles Angebot, das den tatsächlichen Leistungsumfang abbildet. Bei temporären Flächen kommt hinzu, dass die Laufzeit den sinnvollen Aufwand bestimmt. Das Erstgespräch ist kostenlos, alles Weitere steht auf unserer Seite für Geschäftskund*innen.
Wie inszeniert man technische Produkte, ohne dass der Raum sie überstrahlt?
Über Rahmung statt über Dekoration. Ein Podest allein reicht selten, weil ein flaches Gerät darauf verschwindet. Wirksam sind gerichtete Elemente, die auf das Produkt zeigen: Linien, die zusammenlaufen, ein Lichtkegel, eine Farbfläche direkt dahinter. Der Raum darf dabei auffällig sein, solange jede auffällige Fläche in Richtung Produkt arbeitet und nicht davon weg.
Ob Pop-Up, Messestand oder Ladenfläche: Sagt uns, wie lange die Fläche läuft und wann sie stehen muss. Auch wenn es schnell gehen muss oder ein Entwurf bereits gescheitert ist. Wir planen deutschlandweit, jedes Angebot ist individuell, das Erstgespräch ist kostenlos.